Vereinfachung der Nachbesteuerung in Erbfällen

Möglichkeiten und Grenzen einer Selbstanzeige als Instrument einer vereinfachten Nachbesteuerung.

aus TRETOR Newsletter Ausgabe Juni 1/2010

Mit dem Bundesgesetz über die Vereinfachung der Nachbesteuerung in Erbfällen und die Einführung der straflosen Selbstanzeige sollen hinterzogene Einkommen und Vermögen ab 1. Januar 2010 einfacher der Legalität zugeführt werden. Eine wichtige Neuerung ist das auf drei Jahre verkürzte Nachsteuerverfahren in Erbfällen.
Ist nach dem Tod eines Steuerpflichtigen unversteuertes Einkommen bzw. Vermögen zum Vorschein gekommen, wurde nach bisherigem Recht für die zehn zurückliegenden Jahre eine Nachsteuer samt Verzugszinsen erhoben.

Eine wichtige Neuerung ist das auf drei Jahre verkürzte Nachsteuerverfahren in Erbfällen.

Seit dem 1. Januar 2010 kommt nun in Erbfällen eine vereinfachte Nachbesteuerung zur Anwendung; für die aufgedeckten Einkommens- bzw. Vermögenswerte haben die Erben lediglich für bis zu drei Jahren vor dem Tod des Erblassers eine Nachsteuer zuzüglich Verzugszinsen zu bezahlen. Gemäss Art. 153a DBG müssen für eine vereinfachte Nachbesteuerung von Erben jedoch folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

Straflose Selbstanzeige

Die neuen Bestimmungen zur straflosen Selbstanzeige (Art. 175 DBG) sehen vor, dass ein Steuerzahler (natürliche oder juristische Person), der zum ersten Mal eine Hinterziehung selbst bei den Steuerbehörden anzeigt, mit keiner Bestrafung davon kommt; einerseits wird keine Busse erhoben, andererseits wird es keine Strafverfolgung geben. Die Einforderung der Nachsteuer zuzüglich Verzugszinsen erfolgt weiterhin für die bis zu zehn zurückliegenden Jahre.
Die Gesetzesänderung gilt für die direkte Bundessteuer sowie die Einkommens- und Vermögenssteuer der Kantone und Gemeinden (Steuerharmonisierungsgesetz), nicht aber für andere Steuern und Abgaben (z.B. AHV-/IV-Abgaben, Verrechnungssteuer, Mehrwertsteuer).

Autor

Martin Dettwiler
Mitglied der Geschäftsleitung, Partner
dipl. Steuerexperte
dipl. Betriebsökonom FH
zugelassener Revisionsexperte
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